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Hinter der Tür




 

„Kopf oder Zahl?“ „Zahl!“, sagst du mit fester Stimme. Die Zahl sollte entscheiden. Bei Kopf würde die Neugier nie gestillt werden. Die Münze, auf meinem Daumen liegend, schnippse ich in die Luft. Beide schauen wir ihr nach und alles scheint in Zeitraffer abzulaufen. Langsam prallt sie auf den Betonboden, rollt einige Meter nach vorn, dreht sich und fällt klirrend auf eine der beiden Seiten.



   Wechselhaft    

Und ich werfe dir die Münze des Glücks, denn es führt kein Weg zurück.


Wie von einer Tarantel gestochen springen wir auf, und eilen zu dem Geldstück. Du grinst breit zu dem funkelnden Silber. „Hah! Zahl!“, rufst du laut und es hallt in sämtliche Richtungen. „Also gut. Gehen wir.“ Auf dem Weg zu der hölzernen Tür, werden unsere Knie immer weicher. Schließlich sind wir da. „Und nun?“, frage ich unsicher und ergreife deine Hand. „Wenn wir nicht nachschauen, werden wir es nie erfahren.“ „Ja, vielleicht hast du recht.“ „Ja, vielleicht.“ Einige Minuten stehen wir da und starren wie gebannt auf die Tür. „Also...“, ich schrecke auf. Wie in Trance war ich auf die eiserne Klinke fixiert. „Also.“, ich wiederhole deine Worte, „Zusammen?“ „Zusammen.“ Gleichzeitig, aber zögernd, legen wir unsere Hände auf den Türgriff. Als wir sie nach unten drücken, ertönt ein leises Quietschen. Wir öffnen sie einen kleinen Spalt und es fühlt sich an, als würde von Innen Jemand dagegen drücken. Aus dem Spalt wird ein kleiner Zettel geblasen. Er fällt langsam in rotierenden Bewegungen auf den Boden. Wir haben beide den gleichen Gedanken, lassen von der Klinke ab und wollen uns zu dem Zettel nach unten beugen. Plötzlich schnellt die Tür rasend auf. Ich springe zur Seite und presse mich an die Wand. Die Tür erwischt dich mit voller Wucht und schlägt dich auf den Boden. Tausende Zettel schwärmen aus dem Raum hinaus, wie eine ganze Kolonie von Fledermäusen. Überall ist Wind. Wind und Zettel. Es tobt in meinen Ohren. Du liegst auf dem Boden und hältst dir die Hände vor dein Gesicht. So plötzlich wie der Sturm kam, ist er auch vorbei. Eine unheimliche Stille erfüllt den Ort. Mein Atem geht schnell. Ich beuge mich zu dir und helfe dir wieder auf die Beine. „Bist du okay?“ „Ja, aber was zum Teufel war das denn?“, fragst du völlig verwirrt. „Ich weiß es nicht. Wirklich nicht.“ Der Wind hat die einzige Kerze die wir haben ausgeblasen. „Ich seh' nichts.“, flüster ich dir zu. „Komm, in der Halle sind Streichhölzer.“ Zusammen tasten wir uns an der Wand entlang. Der Boden fühlt sich seltsam an. Durch das seichte Licht siehst du die Streichhölzer sofort. Du zündest die Kerze an. Schwefel liegt in der Luft. Während du das Streichholz löschst, entdecke ich die vielen Zettel. Sie sind überall verteilt. „Fero?“, und noch bevor du reagieren kannst, entdeckst du sie ebenfalls. „Was ist das?“, frage ich dich. Du beugst dich nach unten und hebst einen der schwarzen Papierfetzen auf. „Da steht etwas.“ Mit der Kerze verschaffst du dir mehr Licht. „Lies ihn laut vor!“ Weiß auf schwarz – auf dem Boden der Tatsachen, an dem keine Unwahrheit lange bestehen kann.


   Bis zum Ende ehrlich  

Wir bereuen nichts.



Die Löwin am 16.1.10 22:48

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