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 Die Dinge verändern sich






Es ist kalt. Ich umklammere meine Beine mit beiden Armen. Ein Surren und Wind umspielt die auf dem Boden liegenden Zettel. Stumm sitzt du neben mir, während ich mir eine Träne von der Wange wische. „Die Dinge haben sich verändert“, murmel ich fast unverständlich und suche dabei deine Blicke. Du schaust schweigend auf den Boden und weißt einfach nichts mehr zu sagen. Es wurde schon so viel gesagt und immer wieder drehen wir uns im Kreis. Kein vorankommen mehr. Du siehst müde, erschöpft aus. Bist kaputt von den vergangenen Tagen. Nein, den vergangenen Wochen.

„Armer Träumer.“, sage ich flüsternd und setze mich mit letzten Kräften neben dich. Sonst, wenn wir so nebeneinander saßen, konnten wir uns Wärme geben, ohne einander zu berühren. Es funktioniert nicht mehr. Ich streiche dir über die kalte Haut und kann die Tränen wieder nicht zurück halten. Ich weiß, du bist gebrochen und deine kühle Fassade baust du dir nicht auf, um mich zu quälen, sondern weil du einfach nicht anders kannst.

 

   Schweigend    
Nichts ist lauter, als der Schrei der Stille


Ich atme tief ein. Die Luft riecht nach Moder und Staub. Vor uns steht die Kerze, die wie immer sanft leuchtet. Das einzig warme, in diesem Raum. Meine Hände balle ich zu Fäusten, kneife die Augen zusammen und fasse einen Entschluss, der nachdem man ihn ausgesprochen hat, nicht mehr rückgängig zu machen ist. Ich greife nach deiner Hand. „Fero?“, frage ich mit möglichst fester Stimme. „Du musst mir nun zuhören, dich einen Moment konzentrieren. Auch wenn dir das zur Zeit schwer fällt.“ Mit müden Augen schaust du direkt in meine. Wenn du mir direkt in die Augen gesehen hast, war dort meist ein Funkeln. Nun sind sie matt und irgendwie farblos. „Ich möchte für dich da sein. Voll und ganz. So wie es jetzt ist, kann ich das nicht. Du siehst doch, wie es immer wieder endet. Ich möchte nicht mehr schweigend neben dir sitzen. Schweigen und innerlich schreien wollen. Das tut uns beiden weh und bringt uns am Ende nur auseinander. Herz und Seele müssen sanft zueinander sein. Liebevoll und ehrlich. Nicht hart und ehrlich. Aber so? So kann ich das nicht mehr. Ich habe einen Entschluss gefasst.“

Ich halte dich fest bei den Händen und dein Blick scheint sich ein wenig zu verändern. Du bist aufmerksam, weichst nicht von meinen Augen ab. „Ich werde nicht mehr deine Löwin sein. Nicht in dem Sinne, dass ich um alles kämpfe. Ich bleibe deine Löwin, aber als treuer Gefährte, der für dich kämpft aber nicht für die Liebe zu dir.“ Ich streiche mir eine Strähne der blonden Locken aus dem Gesicht und versuche mit trockenen Augen weiter zu sprechen. „Fero, ich gebe auf. Hörst du? Es ist vorbei, ich höre auf zu kämpfen, zu warten und zu hoffen. Ich bleibe an deiner Seite, lasse dich nicht los, nie. Du darfst mich nicht falsch verstehen. Ich bleibe dein Herz und deine Seele gleicher Maßen. Und den Vertrag auf Lebenszeit, den hast du noch immer.“ Ich lege meinen Kopf zur Seite und ziehe kurze die Augenbrauen zusammen, da ich nun die Verspannung meines Nackens deutlich spüre. „Ich kann nur für dich da sein, dein Herz flicken, wenn ich selbst nicht immer wieder in die Wunde eindringen möchte, um mich hinter rotem Garn fest einzuweben. Du sollst wieder lächeln, irgendwann. Und ich möchte, dass du mich ansiehst und mir dann einmal sagst, dass ich dir dabei geholfen habe. Aber wenn ich nicht loslasse, wird das nie der Fall sein. Du fühlst dich nicht wohl bei mir, weil wir in gegensätzliche Richtungen gerudert sind, aber das wird nun aufhören.“

Das Surren, welches durch den Raum dringt wird lauter, fast beruhigend. Ich ziehe dich in meine Arme, ob du es willst oder nicht und halte dich fest. „Es ist vorbei.“, sage ich mit ruhiger Stimme. „Ich werde kein Ballast mehr sein, ich bin ab heute der Mensch, der mit dir kämpft aber nicht mehr um dich. Ich bin für dich da. Nun voll und ganz – glaube mir, bitte.“

Die Löwin am 4.2.10 12:11

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