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 Seifenblase

 


 

„Hast du schonmal Seifenblasen fliegen lassen?“ Mein Lächeln wirkt warm und wird mit jeder Sekunde breiter. „Klar, schon oft.“ „Auch hier?“ Du schüttelst den Kopf und beobachtest mich, wie ich ein kleines Fläschen mit Seifenblasenflüssigkeit aus meiner Tasche grabe. Das Gefäß ist grün mit verschieden farbigen Streifen. Ich tauche den Stiel in die Flüssigkeit, hebe ihn vor meinen Mund und vorsichtig puste ich gegen den tropfenden Ring, der Flecken auf meiner Hose hinterlässt. Eine einzelne Seifenblase tanzt durch den Raum. Sie schillert in bunten Farben, die wir durch die Kerze gut erkennen können. Kein Windzug. Sie schwebt ruhig und lange. Ich lege mich neben dich und gemeinsam beobachten wir, wie sie über unseren Köpfen, immer wieder die Farbe wechselt. „Aurora.“, murmelst du leise und ich nicke dir zu, auch wenn du es nicht siehst, da du deine Augen nicht von der Seifenblase lassen kannst.

Ich bin erschöpft, von den letzten Tagen. Nur für einen kurzem Moment, möchte ich die Ruhe genießen, aber ich schlafe zu schnell ein.

~ Keuchend kommen wir auf dem Kirchendach an. Die Hände zittern leicht. Gemeinsam gehen wir nach draußen, während ich deine Hand halte. Wir schauen über die Stadt. Es ist kalt und windig. Alles funkelt und die buntesten Lichter sind zu sehen. Jede erdenkliche Farbe. Zwischendurch sieht man Autos in weiter Ferne entlang fahren. Norden, Osten, Süden und Westen. Ich wechseln den Standort um Windstill zu stehen. Deine Jacke ist dünn, du musst furchtbar frieren. Du legst deine Arme um mich, wir küssen uns nur kurz. Ein Wochenende zusammen. Und gemeinsam schauen wir über die Stadt, wenn auch nicht kopfüber - aber gemeinsam. ~

Ich wache auf. Meine Hände zittern, die Seifenblase ist zerplatzt aber du lächelst mich zufrieden an. Ich habe Tränen in den Augen, die ich schnell unterdrücke. „Es war schön.“, sage ich zu dir und ich sehe dir an, dass du weißt, dass ich meinen Traum meine. „Wo waren wir?“ „Über der Stadt.“ Ich halte deine Hand und du siehst mir in die Augen. „Es ist schon besser so.“ und während ich das flüster, mache ich eine beiläufige Handbewegung. „Du bist ein guter Freund. Mein guter Freund.“ Ich drücke dir das Seifenblasenglas in die Hand und deute an, dass du nun dran wärst. Mit einem Lächeln im Gesicht, formst du die nächste schillernde Blase und gemeinsam träumen wir, durch den sonst so tristen Raum.

Die Löwin am 7.2.10 16:49

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