.....
.....
.....
.....
 

Letztes Feedback

Meta





 

Die Zetteltür

 

 


 

 

Du erinnerst dich sicherlich daran. An die Tür, die wir damals gemeinsam geöffnet haben und an die ganze Flut an Wahrheiten die sie mit sich gebracht hat. Ich bin ein Träumer, nicht gemacht für diese Wahrheiten. Die Realität ist eine Sache, doch die Wahrheit nochmal ein ganz anderes Kaliber.

Du schläfst und träumst von Seifenblasen. Ich sehe es daran, weil du noch im Schlaf versuchst, neue Blasen mit deinem Mund durch den unsichtbaren Stiel zu pusten. Die letzte Zeit hat uns arg mitgenommen, es war ein ziemliches Gefühlschaos, das uns beide sehr viel Kraft gekostet hat. Wir sind ein Herz und eine Seele, aber was ist eine Seele, die nicht mehr für das Herz da sein kann? Ich kann es nicht mehr, mein Kopf ist zu schwach zum Denken und mein Herz ist zu schwach zum Kämpfen - egal wie viel Kraft du mir gibst.

Ich habe einen bitteren Entschluss gefasst.

Lautlos stehe ich auf, bin so vorsichtig wie noch nie, weil ich deinen Schlaf nicht stören will. Ich will es nicht komplizierter und vor allem schwerer machen, als es ist. Mit einem „Ich gehe.“ würdest du nicht zurechtkommen. Ein letztes Mal sehe ich dich friedlich unsichtbare Seifenblasen pusten, du schenkst mir mit diesem Anblick ein kleines Lächeln und in diesem Moment zeigst du mir, dass auch Seelen ein Herz haben. Denn in diesem Moment zerbricht es und dabei singt es eine leise Melodie.

 

Was ist mit dir los?
Wo ihr doch so glücklich wart,
Rücken an Rücken gegen die Welt.


Bevor mein Verstand in seine letzten Stücke zerfällt, verlasse ich dich und diesen Ort und schütze damit uns beide, auch wenn es dir ein ozeangroßes Loch in dein Herz reißen wird. Du erinnerst dich sicherlich an die Tür von damals. Leise rascheln die Zettel unter meinen Füßen, sie scheinen nervös zu sein. Ich gehe weiter, entferne mich von dir und nähere mich gleichzeitig der Tür. Als ich sie erreiche, fange ich schon wieder an zu schwanken, bin unsicher, ob das der richtige Weg ist, ob es sowas wie einen "richtigen" Weg überhaupt gibt. Ich schließe fest die Augen und öffne die Holztür, sie kommt mir übermäßig stark entgegen, lädt mich ein, ich springe hinein und schließe sie hinter mir.

Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee war, aber es ist die einzige Lösung, die mir eingefallen ist. Es tut mir leid, Sue.

Das Papier am 8.2.10 10:01

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen