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Regungsloses Warten II
 
 
 
 
 
 
 
Es sind Stunden, jedoch gefühlte Tage her, dass du durch diese Tür gegangen bist. Ich habe dich lange gesucht, geschrien, geweint und gebettelt. Als ich die Tür verschlossen sah, wusste ich, dass du dort sein musst. Nie waren wir in diesen Raum gegangen. Keiner weiß, wo er hinführt und ob er überhaupt irgendwohin führt.
 
Es ist kalt, furchtbar kalt und ich summe leise die Melodie des Klavierspiels von vor vielen Jahren. Im Schneidersitz sitze ich vor der hölzernen Tür. Meine Stirn lehnt an dem kratzigen Splittern. Die Melodien wechseln sich ab, es sind die gleichen aber immer ein anderes Instrument. Als würden sie miteinander kommunizieren. Eine von vielen Tränen rollt über meine Wange, tropft nach unten und hinterlässt einen nassen Fleck, ebenso, wie die Seifenlauge vor kurzer Zeit. Ich beiße mir auf die Unterlippe, summe leise die Melodie. Die hohen Töne hinterlassen eine Gänsehaut. Ich höre sie deutlich. Sie strömen durch die langen Flure und mein Verstand meint, sie müssten in der Halle zu hören sein. Sicher tanzen die Zettel umher. Schweben nach oben und verlieren ihre Buchstaben.
 
Ich streiche über das Holz. „Komm zurück.“, sage ich schweigend und wische mir mit der anderen Hand das Gesicht trocken. Vergeblicher Versuch. Ein roter Tropfen landet auf dem Boden, zu sehr war ich im Klavierspiel und in den Gedanken versunken und zu sehr habe ich mir auf die Lippe gebissen. Ein eiserner Geschmack liegt auf meiner Zunge und ich spüre Schmerzen. Seelenlos in diesem Raum gefangen, der keiner ist und somit keine Fluchtmöglichkeit. Die einzige Möglichkeit, liegt verschlossen vor mir und hat dich verschlungen. Noch immer verstehe ich nicht, wieso du dort drin bist. Wieso es so kalt ist und wieso der Wind durch meine Haare fährt und vergeblich versucht die Tränen zu trocknen. „Fero.“ Bringt meine Stimme krächzend hervor. Du bist gegangen, ohne "Aufwiedersehen" zu sagen. Lässt mich allein, an diesem dunklen Ort voller Angst und Wahrheit. Menschen, die man so gern hat, die einem so wichtig sind, die verletzt man doch nicht so bewusst. Man lässt geliebte Menschen nicht absichtlich leiden. Aber du hattest die Wahl. Du bist gegangen. Einfach so und absichtlich. Obwohl du wusstest, dass es mir das Herz endgültig brechen wird. Wenn man Jemanden als so wichtig empfindet, fügt man ihm nicht absichtlich solches Leid zu. Ich lege mich auf den staubigen Boden, den Kopf hart in den Staub gepresst. Sandige Körner fliegen in mein Auge, die dunkel herausgespühlt werden. Ich grabe meine Hände in die Zettel und halte sie an meine leere Brust. Ein Herz verkümmert, ohne Seele.

Der pulsierende Schlag ist nicht zu hören, ich betrachte mich von oben. Blutend liegt die Löwin da. Bang, bang, my baby shot me down.

Die Löwin am 8.2.10 16:49

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


rabenflug / Website (9.2.10 14:44)
so ehrlich geschrieben

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