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Geschafft

 

 

Ich ziehe dich an der Hand durch die dunklen Gänge. Mittlerweile kennen wir sie auswendig und selbst mit geschlossenen Augen würden wir den Weg finden. Dieselben Geräusche wie von alten Schuhen aus alten Filmen, die Wand ist noch genauso feucht und hinterlässt krümelige Rückstände an den Fingern. Wir ziehen an einigen Papierfetzen vorbei, die wir durch unseren schnellen Schritt aufwirbeln. Vor der dunklen Öffnung bleiben wir stehen. Es ist die Tür durch die du damals verschwunden bist, die mir noch immer Angst macht. „Bist du glücklich?“, frage ich dich mit keuchender Stimme. Du lächelst mich an und nickst mir entgegen. Ich schaue dir in die Augen und weiß genau, dass du die Wahrheit sagst – auch ohne Zettel. Der Raum bleibt ruhig, kein Beben, kein Blitzen, kein Zorn durchstreift die Gänge. „Wir sollten sie schließen. Wir brauchen sie nicht mehr. Sie führte uns ins Ziel und kann geschlossen werden.“ „Du hast recht, schließen wir sie.“

 

Zusammen legen wir unsere Hand auf die Klinke, so wie wir sie geöffnet haben. Ein kalter Schauer zieht über meinen Rücken, beim letzten Blick in die schwarze Leere hinter der Tür. Wir schließen sie mit festem Druck. Wir schauen beide gebannt auf die geschlossene Tür. Wir haben wohl beide etwas mehr erwartet. Ein Knall, eine Musik oder zumindest ein grollen der Papierfetzen. Doch es bleibt ruhig. Ich schaue dich an und es wirkt ein wenig heller in dem feuchten Gang. Der Geruch verändert sich, so als wenn man es morgens riecht, wenn es am Abend schneien wird. Du nimmst mein Gesicht in deine Hände, drückst mir einen Kuss auf die Lippen und machst anschließend eine Kopfbewegung, die mir sagen soll, dass wir wieder zurückgehen sollten. Wir laufen gemeinsam zurück in die große Halle und werfen noch mal einen Blick hinter uns. Die Tür hinter uns ist verschwunden. Nur noch schmutzige Steine, fest aneinander gereiht. Es ist, als wäre dort nie eine Tür gewesen. Ein friedlicher Geruch liegt in der Luft. Zettel fliegen ruhig durch die Gänge und kommen vor einem Schimmern zum liegen. Wir wissen beide, dass das eine neue Tür ist, die darauf wartet, dass wir sie öffnen. Einer der schwebenden Zettel fliegt uns vor die Füße. Wir können ihn von oben lesen ~ Bei der nächsten Tür, ist Angst überflüssig.~

 

   perfekt   


"In diesem Augenblick ist alles perfekt. Die Weichheit des Lichts, dieser feine Duft, die ruhige Atmosphäre der Stadt."

 

Ruhig laufen wir weiter in die Halle. „Ich liebe dich auch.“, flüster ich dir zu.

Die Löwin am 28.10.10 20:38

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